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Erkältungskrankheiten bei Kindern – warum weniger Eingreifen oft mehr ist

By 15. April 2026Oktober 22nd, 2026No Comments

In diesem Jahr erleben wir wieder eine besonders heftige Erkältungssaison. Sorge bereiten dabei vor allem die Kinder, viele von ihnen kommen aus den Atemwegserkrankungen gar nicht mehr heraus. Was können die Eltern tun, um ihr Kind im Gesundungsprozess optimal zu unterstützen? Bei meinen ehrenamtlichen Vorträgen in Kindergärten gebe ich dazu gerne konkrete Hinweise.

Symptome verstehen statt unterdrücken

Häufige Infekte sind im Kindesalter nichts Ungewöhnliches, denn das Immunsystem befindet sich noch im Aufbau und lernt durch den Kontakt mit Krankheitserregern. Erkältungen sind daher Teil eines natürlichen Entwicklungsprozesses.

Schnupfen, Husten oder andere Akutsymptome wie Durchfall oder Schwitzen sind (solange sie im Rahmen bleiben) keine „Fehler“ des Körpers, sondern sinnvolle Reaktionen. Der Organismus versucht, sich mit Hilfe dieser Ausleitungssymptome zu regulieren und Belastendes auszuscheiden. Gemäß der sogenannten Heringschen Regel geht nämlich Heilung immer von innen nach außen! Auch Fieber ist ein sinnvolles Akutsymptom: mit jedem Grad mehr verdoppelt sich die Stoffwechselleistung, die Abwehrkraft wird aktiviert und die Vermehrung von Viren gehemmt. Fieber ist daher eine hochwirksame Leistung des kindlichen Körpers, um eine akute Belastung zu regulieren. Werden solche Prozesse mit Medikamenten wie Fieberzäpfchen frühzeitig beendet, führt das dazu, dass sie nicht vollständig durchlaufen werden. Damit wird also genau das gestoppt, was dem Körper eigentlich helfen soll.

Ein typischer Verlauf ist dann:
Erkältung – unterdrückt – nächste Infektion – längere Schwächephase. So geraten Kinder in Phasen von mangelnder Vitalität: die Abwehrkraft schafft es nicht mehr, gemäß der Heringschen Regel Ausleitungssymptome zu produzieren und der Körper schwächelt vor sich hin. Aus Erkältungen werden dann chronische Atemwegsinfekte. Eine weitere Folge kann der Etagenwechsel sein: von den äußeren Schleimhäuten gelangt eine Entzündungsneigung durch fortwährende Unterdrückung auf tiefer liegende Häute/Schleimhäute, es entstehen z.B. chronische Mandel- oder Mittelohrentzündungen. Denn Unterdrückung kehrt die Heringsche Regel um: die Erkrankung wandert von außen nach innen.

Was Kinder langfristig stärkt

Ein gesunder Umgang bedeutet hingegen, akute Erkrankungen möglichst zuzulassen und bewusst zu begleiten:

  • Ruhe statt schnelle Rückkehr in den Alltag
  • Unterstützung mit natürlicher Medizin wie Kräuterheilkunde oder Homöopathie
  • Vertrauen in die Regulationsfähigkeit des Körpers

In der Praxis kann ich beobachten, dass Kinder, die Erkrankungen durchmachen und ausheilen dürfen, eine viel stabilere Gesundheit erlangen. Ein naturgemäßer Umgang mit Akutkrankheiten stärkt die Selbstregulation und Widerstandskraft des Kindes, reduziert die Infektanfälligkeit  und kann das Kind sogar vor chronischen Erkrankungen schützen. So bekommen Kinder einen viel besseren Start ins Leben!

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