Ernährung

Erdbeeren – der süße Genuss für Deine Gesundheit

Endlich wieder Erdbeerzeit! Kaum ein Obst ist so gesund und noch dazu kalorienarm wie die Erdbeere. Sie besteht zu 90 Prozent aus Wasser und hat einen Nährwert von gerade einmal 32 Kalorien pro 100 Gramm. Dabei bietet sie mehr Vitamin C als die Zitrone und jede Menge Mineralstoffe sowie zellschützende sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem enthält sie sogenannte Anthocyane, die das Risiko für Erkrankungen wie Krebs oder Arteriosklerose senken. Jetzt in der Saison kauft man sie am besten frisch und regional und pflückt sie möglichst selbst. Bei Erdbeerbauer Tobias Karte im sächsischen Benndorf kann dies zum besonderen Geschmackserlebnis werden. Er bietet auf seiner Erdbeerplantage 13 verschiedene Sorten an! Ich habe mich durch alle durch probiert und bin völlig erstaunt, wie variantenreich und aromatisch Erdbeeren schmecken können.

Dies ist ein Audio-Beitrag, der am 10. Juni 2022 bei MDR Kultur läuft. Aus rechtlichen Gründen darf ich hier nur das Manuskript abdrucken.

 

Sie ist rot, rund und saftig, und beim Reinbeißen entfaltet sich dieses unvergleichlich süße Aroma – die Erdbeere schmeckt einfach nach Sommer pur. Je frischer sie ist, um so intensiver schmeckt sie. Deswegen zieht es viele Erdbeer-Liebhaber auf die Felder zum selber pflücken. Bei Erdbeerbauer Tobias Karte im Frohburger Ortsteil Benndorf darf man jede der 13 dort angebauten Erdbeersorten kosten. Die Kunden schätzen das sehr.

O-Ton Tobias Karte: „Zum einen ist es erst einmal das Erlebnis, selber zu pflücken. Also das Bewusstsein, das was ich hier in die Hand nehme, das ist ganz frisch, ich weiß, wo es herkommt. Es ist die Sortenauswahl. Es kommen immer wieder Leute, die ihre Sorte inzwischen haben über die Jahre und fragen dann ganz gezielt nach. Und es ist eben auch das Bedürfnis ein Obst zu haben, das ohne Pflanzenschutzmittel angebaut wurde. Die Rechnung ist sehr simpel: was man nicht drauf tut, kann nicht drin sein.“

Auch wenn der Erdbeerhof von Tobias Karte kein zertifizierter Biobetrieb ist, verlassen sich die Kunden auf sein Versprechen.

O-Töne von Kunden: „Ich komme schon über mehrere Jahre hierher, weil das hier wirklich sortenrein ist und ohne Pestizide, das ist der Grund, warum ich mich auf einen längeren Weg mache, denn ich komme aus Leipzig. Und dann habe ich mich durchprobiert. Und das kann man hier machen, das ist eben das Schöne daran/ Ich habe meine Enkel mit und die essen gerne süße Erdbeere und da werden wir uns die Sorte raussuchen, die Manille heißt. / (Kind:) Die sind manchmal so schön süß und sauer.“

Der Benndorfer Landwirt wählt die Sorten aus, die robust und gleichzeitig schmackhaft sind. Damit er von Ende Mai bis weit in den Juli hinein Erdbeeren anbieten kann, baut er frühe und späte Sorten an.

O-Ton Tobias Karte: „Unsere früheste Sorte ist die Flair. Die Flair ist nicht ganz so ertragreich wie andere Sorten, bildet auch nicht eine ganz so große Pflanze, die die Reihen so schön schnell dicht macht und das Unkraut gut unterdrückt. Aber sie bietet sehr früh sehr schmackhafte Früchte. Sie ist ein bisschen fester als andere, also kann man sie auch gut im Kühlschrank lagern.“

Auch beliebt bei den Kunden ist eine andere frühe Sorte:

O-Ton: „Die Honeoye ist nicht ganz so süß, hat etwas mehr Fruchtsäure aber trotzdem ein schönes Aroma. Die ist innen sehr dunkel und bringt gerade bei Erdbeermarmelade eine wunderschöne Farbe“.

Wer eine ganz feine Zunge hat, dem bietet die Sorte Manille besondere Erdbeer-Freuden:

O-Ton: „Die Manille, die hat so ein bisschen Walderdbeer-Aroma. Sie hat einen sehr schönen Glanz, ist auch etwas fester, hat eine sehr angenehme Größe, also nicht zu riesig und nicht zu winzig. Und meine Kinder lieben die“.

Auch für Tobias Karte selbst zählt die Manille zu seinen absoluten Favoriten – neben der Zanta.

O-Ton: „Die Zanta hat ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Süße und Säure und ist weder zu fest noch zu weich. Sie hat eine angenehme Größe und gerade die ersten sind sehr groß und da lässt es sich eben wahnsinnig gut pflücken.“

Auf seinem knapp 2 Hektar großen Erdbeerfeld baut Tobias Karte auch eine neue Dresdner Züchtung an, einen Abkömmling der berühmten Mieze Schindler, genannt: Renaissance. Sie schmeckt intensiv nach Walderdbeere und ist damit ein herrlicher Dessert-Genuss. Für Kuchen oder Torten eignen sich viele Sorten, insbesondere aber die saftige Verdi mit ihrem ausgeprägt süßen, erdbeerigen Geschmack. Manche bevorzugen die aromatischen Früchte aber pur.

O-Ton: „Am liebsten esse ich sie sehr unverfälscht mit Natur-Joghurt dazu. Da hat man einmal dieses säuerliche Milieu vom Joghurt und dann die Süße und das Aroma von den Erdbeeren. Und das finde ich einen wunderbaren Kontrast, der super miteinander harmoniert.“

Späte Sorten wie die Malwina machen es möglich, dass man in Benndorf auch Ende Juli noch frisch gepflückte Erdbeeren genießen kann.

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